Veranstaltung in den Hallen Kalk in Köln: Künstler:innen präsentieren eine experimentelle Musikperformance zwischen Licht, Klang und Industriearchitektur.
Live-Auftritt in den Hallen Kalk: Musiker:innen verbinden elektronische Sounds und visuelle Elemente zu einem besonderen Erlebnis.

Ich wohne schon eine Weile hier in Kalk und habe mich oft gefragt, warum diese riesige Fläche mit ihren endlosen Hallen Kalk so lange ungenutzt blieb.
Jedes Mal, wenn ich daran vorbeiging, sah ich die großen Tore – verrostet, verschlossen, fast vergessen. Jetzt, Jahre später, sind die Tore offen: kulturelles Leben ist eingezogen, und der Stadtteil Kalk hat ein Stück seines Herzens zurückgewonnen.

Sieben Jahre war es her, dass die Stadt Köln das Werkstattverfahren zur Entwicklung des Hallen-Kalk-Areals gestartet hatte.
Nach langen Gesprächen, Pausen und immer neuen Planänderungen war der Knoten schließlich geplatzt:
Am 27. Juli 2024 wurde das Gelände erstmals öffentlich und kulturell genutzt – ein Moment, der weit über Köln-Kalk hinaus Bedeutung hatte.
Er markierte den Beginn einer neuen Phase, in der Stadtentwicklung, Kultur und Gemeinschaft auf eindrucksvolle Weise zusammenfanden.


Heute steht der Osthof Kalk symbolisch für diese Transformation – als lebendiges Beispiel dafür, wie urbane Räume durch gemeinschaftliches Engagement neu entstehen können.

Hinter dem Projekt Hallen Kalk steht die VGO – die Verantwortungsgemeinschaft Osthof.
Sie ist kein anonymer Zusammenschluss, sondern eine lebendige Gruppe aus Initiativen, Vereinen und Kulturschaffenden, die mit der Stadt Köln zusammenarbeitet, um das Areal gemeinwohlorientiert zu entwickeln.


Jede beteiligte Initiative bringt eigene Erfahrungen und Perspektiven ein – von sozialer Stadtteilarbeit über kulturelle Bildung bis hin zu nachhaltiger Raumgestaltung. Entscheidungen entstehen im Dialog, Ideen werden gemeinsam erprobt und weiterentwickelt.

Wo heute neue Räume für Kultur, Begegnung und Kreativität entstehen, begann vor über 160 Jahren die industrielle Geschichte Köln-Kalks.
Der Ursprung der Hallen Kalk reicht bis ins Jahr 1856, als hier die „Maschinenbauanstalt Humboldt“ gegründet wurde – ein Pionierunternehmen im Maschinen- und Lokomotivbau.

Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich daraus eines der bedeutendsten Industrieunternehmen Deutschlands.
Durch Fusionen – insbesondere 1930, als die Humboldt-Deutzmotoren AG mit der Klöckner AG zusammengeführt wurde – entstand die Klöckner-Humboldt-Deutz AG (KHD).

Historische Aufnahme aus den Hallen Kalk in Köln: Arbeiter bedienen schwere Maschinen in einer weitläufigen Industriehalle mit Rohrsystemen.
Arbeiter in den Hallen Kalk, Köln: Einblicke in die industrielle Fertigung und Maschinenarbeit vergangener Jahrzehnte.

📷 Foto: Bundesarchiv, Bild B 145-F007435-0001, Klöckner-Humboldt-Deutz, Köln – Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Über Jahrzehnte prägten die gewaltigen Hallen, das rhythmische Hämmern der Maschinen und die Rauchschwaden aus den Schornsteinen das Stadtbild von Kalk. Mit dem industriellen Strukturwandel ab den 1970er-Jahren begann ein tiefgreifender Wandel:
Produktionsstätten wurden stillgelegt, Teile des Geländes rückgebaut oder verkauft. Viele Hallen standen leer – bis sich zivilgesellschaftliche Initiativen, Kulturschaffende und Stadtentwickler:innen ihrer annahmen.

Bereits 1939 beschäftigte das Werk rund 2.570 Arbeiter:innen und über 500 Lehrlinge. Hier wurden Produkte gefertigt –, die „Made in Köln“ zu einem Gütesiegel machten. Das Werk in Köln-Kalk wurde zum Zentrum für Maschinenbau, Schmiede- und Gießereiarbeiten – und zu einer der größten industriellen Anlagen im rechtsrheinischen Köln.
Über Jahrzehnte prägten die gewaltigen Hallen, das rhythmische Hämmern der Maschinen und die Rauchschwaden das Stadtbild.

Mit dem Strukturwandel ab den 1970er-Jahren änderte sich alles: Produktionsstätten wurden stillgelegt, Hallen verfielen, Flächen wurden verkauft. Doch was verloren schien, bekam durch neue Akteur:innen neuen Sinn – durch Menschen, die in den Hallen Kalk wieder Potenzial sahen.

Heute, fast 150 Jahre nach der Gründung der Maschinenbauanstalt Humboldt, wandelt sich das Areal erneut – diesmal von einem Ort der Arbeit zu einem Ort des Austauschs.
Ein Teil des ehemaligen KHD-Werks wird zur Kulturfläche Osthof Hallen Kalk: ein lebendiger Raum mit Ateliers, Werkstätten, Veranstaltungsorten und einem öffentlichen Quartiershof.

Die Projektbausteine dieses neuen Kapitels lesen sich wie eine Einladung:

• Sozio-kultureller Raum für Projekte und Workshops
• Öffentlicher Quartiershof für Begegnungen
• Kultur- und Stadtteilveranstaltungen, offen für alle
• Räume für künstlerisch-kreatives Arbeiten

Hier verbindet sich industrielle Geschichte mit urbaner Zukunft.
Was einst der Klang von Maschinen war, ist heute das Echo von Stimmen, Musik und Ideen. Das KHD-Gelände zeigt, dass sich Orte verändern können – wenn sie aus der Zivilgesellschaft heraus neu gedacht und mit Leben gefüllt werden.

Kulturhof Kalk

Osthof Kalk

CCCC – Kreationszentrum Zeitgenössischer Zirkus e.V.

KUNSTHAUS KALK (vormals X-Süd)

Kubist e.V. in Kooperation mit raumlaborberlin

AHK (AbenteuerHallenKALK